Im Fluss


Zuerst nur ein Rauschen
lautleise irgendwie
ohne Anfang und Ende
noch weit weg, doch schon da
durch´s Ohr - durch´s Herz - im Hirn...

tausend Simmen flüstern
es singt, lacht, weint, brüllt
erzählt vom Fliessen der Welt
gluckst, sprudelt, zischt und tobt
tosende Harmonie...

ein Duft nach Morgentau
klare Frische belebt wie feuchtkühles Moos

überall kleine Inseln aus Schaum
sie entsteh´n wie Träume und treiben dahin
bis sie genau so vergeh´n
wie alles Leben, das im Kreis sich windet
bis es im Strudel seiner selbst verschwindet...

ein Blick in den Spiegel der Stille
zeigt den ewigen Wandel der Bilder
die nichts als Gedanken spiegeln
sich in ihrer Vergänglichkeit zeigen
als Illusion...

tiefer geblickt
ein Universum aus Sand
jedes Korn ein Kiesel, ein Fels, ein Gebirge, eine Welt
uralte Wesen, erstarrt in Stein
sichtbar nur durch das fliessende Brennglas der Zeit

bis du danach greifst und die Ewigkeit
im Licht der Sonne verdunstet...

also eintauchen in diese kühle Unendlichkeit
das Herz baden für eine endlose Sekunde
alles abspülen für den Moment oder für immer
das Streicheln samtweicher Forellen geniessen
sie küssen das Salz von der Seele...

ein kleiner Schluck schon
löscht den Durst nach der Quelle
der Wahrheit, Weisheit und Schönheit, des Lebens
die nie versiegt und endlos sprudelt -
auch in dir.



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